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Futterboote haben – speziell beim Karpfenangeln – bewiesen, dass sie ein hervorragendes Mittel sind um Anzufüttern, entfernte Angelstellen zu erreichen und sicher Montagen auszubringen. Für leidenschaftliche Angler gehören sie genau so zum Angelequipment, wie Karpfenzelt und Angelliege.

Seit einiger Zeit gibt es auch Futterboote, welche mit einem Autopiloten und einem Echolot ausgestattet sind. Wir möchten in diesem Artikel darauf eingehen, dass solche Boote nicht nur den Technikfreak begeistern, sondern auch im täglichen Praxiseinsatz einen großen Mehrwert liefern. Des Weiteren möchten wir vorstellen, wie man sein bestehendes Futterboot auf einfache Weise mit einem Echolot ausstatten kann.

Typische Funktionen des vollausgestatteten Futterbootes

  1. Futterklappen: Jedes Futterboot ist mit 1-2 Futterkammern ausgestattet. In diese Kammern können die unterschiedlichen Angelköder und Futtersorgen gefüllt werden. Jede Kammer hat dabei einen Boden, der sich durch einen Knopfdruck an der Fernsteuerung, öffnet und das Futter freigibt.
  2. Echolot: Das Echolot ist im Futterboot verbaut und überträgt das Bild an die Fernsteuerung oder eine App auf dem Handy. So kann man, vom Ufer aus, jederzeit die Tiefe und Gewässerbeschaffenheit unter dem Futterboot einsehen.
  3. Autopilot: Der Autopilot ermöglicht es, das Futterboot automatisch an einen definierten Standort zu steuern oder eine festgelegte Route zurückzulegen.
  4. Mappingfunktion: Bei der Mappingfunktion wird die, durch das Echolot gemessene Gewässertiefe, mit den aktuellen GPS-Koordinaten verknüpft und in ein Raster eingezeichnet. Dadurch lassen sich Tiefenkarten von Gewässern erstellen.

Anwendungen in der Praxis

Im Praxiseinsatz kann das Futterboot in zahlreichen Situationen unterstützen und dem Angler dabei mehr Wissen verschaffen, mehr Möglichkeiten bieten und beispielsweise exakteres Anfüttern ermöglichen.

Futterstelle an entfernten Plätzen anlegen

Gerade an viel frequentierten Gewässern wissen die Fische aus Erfahrung, an welchen Stellen die Köder der Angler ausgelegt werden und welche Plätze von den Anglern nicht erreicht werden. Ob an großen Seen weite Entfernungen vom Ufer oder ufernahe Stellen, die vom angrenzenden Ufer – beispielsweise wegen dichtem Pflanzenbewuchs – nicht erreicht werden können.

Solche Stellen sind jedoch häufig genau die Plätze, an denen man kapitale Karpfen, dicke Hechte oder scheue Zander fangen kann.

Das Futterboot eignet sich hervorragend, um genau solche Plätze zu erreichen. In der Regel sind Futterboote mit einem Schnurhalteclip ausgerüstet, in das man die Montage einhängen kann. Nun fährt man mit dem Boot an die gewünschte Angelstelle und entriegelt den Halteclip durch eine Taste an der Fernbedienung. Dann wird die Montage an dieser Stelle ausgesetzt.

Idealerweise füllt man zuvor eine Futterkammer mit Anlockfutter und öffnet auch diese am gewünschten Platz. So hat man nicht nur die Montage mit dem Haken ausgebracht, sondern hat zugleich die Stelle, mit einem Teppich aus beispielsweise Maiskörnern, noch anziehender gemacht.

Hotspots unter schwierigen Bedingungen wiederfinden

Gerade bei längeren oder häufigen Aufenthalten am Angelsee legt man sich häufig Futterstellen an, die man regelmäßig mit neuem Futter versorgt. Teilweise füttert man bereits mehrere Tage vor dem geplanten Ansitz an. Doch gerade bei etwas vom Ufer entfernten Plätzen passiert es, das man beim Anfüttern nicht dieselbe Stelle erwischt, und schnell 5, 10 oder auch 15 Meter neben dem gewählten Hotspot das Futter ausbringt.

Bei der Verwendung eines Futterbootes mit Autopiloten lassen sich die Koordinaten der Hotspots hinterlegen, sodass das Futterboot die Stelle Metergenau anfährt und das Futter abwirft.

Unser Tipp: Gerade beim Neuauslegen der Montage, beispielsweise beim Nachtangeln, ist es fast unmöglich, beim Auswerfen dieselbe Stelle zu erwischen. Doch das Futterboot fährt auch in völliger Dunkelheit die hinterlegte Stelle zielsicher an.

Tiefenkarte des Gewässers erstellen

Auch beim Angeln an unbekannten Gewässern fällt es oft schwer, eine geeignete Angelstelle zu finden. Wo sind besonders tiefe Stellen im Angelsee? Wo verlaufen Kanten und Gräben? An welchen Stellen sind flache Gewässerabschnitte?

Leider sind Tiefenkarten der Gewässer kaum vorhanden. Gibt es solche Karten, dann werden sie von den Betreibern meist als streng geheim angesehen und nicht an Neulinge weitergegeben.

Ein Futterboot mit Mappingfunktion erlaubt es auf einfache Weise selbst eine solche Tiefenkarte anzufertigen.

Ist das Futterboot mit einem Autopiloten ausgestattet, so kann man in wenigen Minuten ein Netz aus Wegpunkten festlegen, welche das Boot nach und nach abfährt, um den See vollständig zu vermessen. Auf größeren Gewässern ist das Boot so meist 1-2 Stunden völlig autark unterwegs und liefert danach eine hervorragende Tiefenkarte.

Beim bestehenden Futterboot ein Echolot nachrüsten

Gerade wenn man bereits ein normales Futterboot besitzt, so lohnt es sich meist, selbst ein Echolot nachzurüsten. In der Regel ist dies deutlich günstiger als der Kauf eines mit Echolot ausgerüsteten Futterbootes.

Zur Nachrüstung empfehlen wir sogenannte „Deeper“. So können Echolote bei den Echolotprofis erworben und einfach in das bestehende Futterboot verbaut werden. Etwas technisches Verständnis und Experimentierfreude sollte hierbei zwar vorhanden sein, doch zahlreiche Anleitungen und erfolgreiche Integrationen beweisen, dass der Einbau nicht nur durch Elektronikprofis möglich ist.

Hinweis zur Nutzung solcher Boote

Bevor man solche Futterboote am Angelsee verwendet, sollte man sich unbedingt beim Betreiber oder zuständigen Angelverein erkundigen, ob solche Boote am See verwendet werden dürfen. Teilweise ist auch die Verwendung von Echoloten untersagt.

Aber auch wenn solche Boote verwendet werden dürfen, so sollte man trotzdem Rücksicht auf die Mitangler nehmen. Gerade ältere Angler stehen Futterbooten nicht immer positiv gegenüber und schätzen die „Unruhe“ am Wasser als störend ein.