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Das Verhalten und Aussehen der Bachneunaugen
Das Bachneunauge ist auch unter dem lateinischen Namen Lampetra planeri bekannt. Eine Besonderheit des Bachneunauges besteht darin, dass diese Tiere einen großen Teil ihres Lebens im Larvenstadium verbleiben. Erst nach etwa 3-4 Jahren erlangt das Bachneunauge seine ausgewachsene Form, welche es nach einer Umwandlungsphase erhält. Junge Bachneunaugen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie keine Augen besitzen. Das Bachneunauge zählt zur Familie der Neunaugen. Bachneunaugen verfügen über eine Saugscheibe, in welcher sich einige Zähne befinden. Der Rücken und die Seiten des Bachneunauges weisen eine blaugrüne bis graugrüne Färbung vor. Der Bauch des Bachneunauges ist weiß gefärbt. Das Bachneunauge kann eine Gesamtlänge von ungefähr 20 Zentimetern erreichen. Der längliche Körper der Bachneunaugen ist mit dem des Aals zu vergleichen. Nach Angaben der IUCN gehörte das Bachneunauge zu den bedrohten Tierarten. Der Bestand der Bachneunaugen konnte sich jedoch in den letzten Jahren erholen, sodass diese Tierart heute nicht mehr als gefährdet gilt. Das Bachneunauge ist ein geselliges Tier, welches oftmals in Gruppen aus mehreren Exemplaren zu finden ist.

Der Lebensraum von wilden Bachneunaugen
Das Bachneunauge bevorzugt klare Gewässer und lebt gerne in Bächen und Flüssen. Bachneunaugen kommen in zahlreichen Gewässern innerhalb ganz Europas vor. So ist das Bachneunauge in der Ost- und Nordsee, in einigen Regionen des südlichen Atlantiks und vielen Gewässern auf dem europäischen Festland vorzufinden. Vor allem in Mitteleuropa ist das Bachneunauge vertreten. In ihrem natürlichen Lebensraum ist das Bachneunauge vorwiegend in Äsche- und Forellenregionen zu finden.

Die außergewöhnliche Fortpflanzung der Bachneunaugen
Nach drei bis vier Jahren beginnt die Umwandlung der Bachneunaugen in ihre ausgewachsene Form. Während dieser Zeit verändert sich der Körper dieser Tiere, denn die Bachneunaugen bereiten sich nun auf die Fortpflanzung vor. So bilden sich beispielsweise Augen und Geschlechtsorgane. Zugleich bildet sich der Verdauungstrakt zurück, denn dieser wird von den Bachneunaugen nun nicht mehr benötigt. Wann die Laichzeit der Bachneunaugen beginnt, hängt stark vom Lebensraum der Tiere ab. Beträgt die Temperatur des Wassers in etwa 9 Grad, so gilt dies als gute Voraussetzung für die Fortpflanzung der Bachneunaugen. Bei der Paarung saugt sich das Männchen oftmals am Nacken des Weibchens fest und befruchtet die Eier direkt bei der Ablage. Die Elterntiere sterben in der Regel nach der erfolgreichen Paarung. Der Nachwuchs schlüpft bereits nach ein paar Tagen aus den Eiern aus, sodass der Kreislauf des Lebens von vorne beginnen kann. Die Larven der Bachneunaugen werden auch als Querder bezeichnet.

So ernährt sich das Bachneunauge in der Natur
Die Ernährung des Bachneunauges ist recht interessant, denn ausgewachsene Tiere dieser Art nehmen keinerlei Nahrung mehr auf. Im Laufe der Umwandlungsphase bildet sich der Verdauungstrakt zurück, bis er letzten Endes unbrauchbar ist und eine Nahrungsaufnahme komplett überflüssig wird. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist, kann sich das Bachneunauge nicht mehr ernähren, denn der gesamte Körper des Tieres ist nun auf die Fortpflanzung ausgerichtet. Da die Bachneunaugen nach der Paarung sterben, benötigen sie ihren Verdauungstrakt nicht mehr. Die frisch geschlüpften Jungtiere hingegen leben versteckt im Grund des Gewässers. Die jungen Bachneunaugen sind fast gänzlich im Grund verborgen. Lediglich das Maul dieser Tiere ragt ins Wasser, um auf diese Weise auf Fressbares zu warten. Der Bachneunaugennachwuchs ernährt sich hauptsächlich von Schwebteilchen, welche sich im Wasser befinden. Auf diese Art ernährt sich das Bachneunauge bis zur Umwandlungsphase.

Quelle und weitere Informationen zum Bachneunauge auf http://www.angeln-alex.de/